Holzfakten #02 – Holz ist antibakteriell

Holzfakten #02 – Holz ist antibakteriell

Holz verbinden wir mit Wärme und schöner Haptik – doch bestimmte Holzarten können von Natur aus antibakterielle Eigenschaften besitzen. Wir erklären, warum Feuchtigkeitsregulierung und natürliche Holzinhaltsstoffe dabei die entscheidende Rolle spielen, warum nicht jedes Holz gleich wirkt und was das für geölte Massivholzmöbel bedeutet.

Michael BachnerMichael Bachner
4 min

Holz verbinden wir mit Natürlichkeit, Wärme und einer angenehmen Haptik. Doch unser liebster Werkstoff besitzt Eigenschaften, die man ihm auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zutrauen würde.

Eine davon: Bestimmte Holzarten können von Natur aus antibakterielle Eigenschaften besitzen.

Das bedeutet nicht, dass sich auf einer Holzoberfläche keine Bakterien befinden können oder dass Holz nicht gereinigt werden muss. Untersuchungen zeigen jedoch, dass bestimmte Bakterien auf Holz unter geeigneten Bedingungen schlechter überleben können.

Doch warum ist das eigentlich so?

Holz ist kein lebloser Kunststoff

Auch nachdem ein Baum gefällt und sein Holz zu einem Möbelstück verarbeitet wurde, bleiben viele natürliche Eigenschaften des Materials erhalten.

Eine davon ist die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen und wieder abzugeben. Holz ist hygroskopisch. Genau diese Eigenschaft kann auch eine Rolle dabei spielen, wie sich Mikroorganismen auf einer Holzoberfläche verhalten.

Gelangt Feuchtigkeit auf unbehandeltes oder entsprechend offenporiges Holz, kann ein Teil davon von der Holzoberfläche aufgenommen werden. Damit verändern sich auch die Bedingungen, die Mikroorganismen unmittelbar an der Oberfläche vorfinden.

Feuchtigkeit spielt eine entscheidende Rolle

Bakterien benötigen für ihr Wachstum und Überleben geeignete Umweltbedingungen. Dazu gehört unter anderem ausreichend verfügbare Feuchtigkeit.

Holz kann Feuchtigkeit von seiner Oberfläche in seine Porenstruktur aufnehmen. Dadurch kann die Oberfläche schneller abtrocknen und bestimmten Mikroorganismen werden günstige Lebensbedingungen entzogen.

Das allein erklärt allerdings noch nicht alle beobachteten Effekte. Denn Holz ist chemisch betrachtet ein komplexer Naturstoff.

Natürliche Inhaltsstoffe des Holzes

Neben den Hauptbestandteilen Cellulose, Hemicellulose und Lignin enthält Holz zahlreiche weitere natürliche Substanzen.

Diese sogenannten Holzinhaltsstoffe oder Extraktstoffe unterscheiden sich je nach Holzart. Dazu zählen beispielsweise Gerbstoffe, Harze, ätherische Bestandteile und andere pflanzliche Verbindungen. Einige dieser Stoffe können das Wachstum bestimmter Mikroorganismen hemmen.

Wie stark solche Effekte auftreten, hängt deshalb auch von der jeweiligen Holzart ab. Gerade gerbstoffreiche Hölzer wie beispielsweise die Eiche sind in diesem Zusammenhang besonders interessant.

Ist jedes Holz gleich antibakteriell?

Nein. Die Aussage „Holz ist antibakteriell“ ist eine gute Kurzform für unseren Holzfakt – fachlich betrachtet muss man allerdings etwas genauer hinschauen.

Wie sich Bakterien auf einer Holzoberfläche verhalten, hängt von mehreren Faktoren ab: der Holzart, den natürlichen Holzinhaltsstoffen, der Feuchtigkeit, der Beschaffenheit und Behandlung der Oberfläche, der Temperatur sowie der jeweiligen Art von Mikroorganismen. Auch die Nutzung und Reinigung einer Oberfläche spielen eine Rolle.

Deshalb wäre es falsch zu behaupten, dass jedes Stück Holz automatisch sämtliche Bakterien abtötet. Richtiger ist:

Bestimmte Holzarten können unter bestimmten Bedingungen das Überleben oder die Vermehrung bestimmter Bakterien erschweren.

Was bedeutet das für Massivholzmöbel?

Für uns ist dieser Holzfakt vor allem deshalb spannend, weil er zeigt, wie vielseitig der natürliche Werkstoff Holz ist. Eine massive Tischplatte ist eben nicht einfach nur eine Oberfläche mit schöner Maserung.

Das Material besitzt weiterhin Eigenschaften, die unmittelbar aus seinem natürlichen Aufbau entstehen: Es reagiert auf Luftfeuchtigkeit, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, besitzt je nach Holzart unterschiedliche Inhaltsstoffe und verändert sich mit seiner Umgebung.

Genau diese Natürlichkeit möchten wir bei unseren Möbeln erhalten. Deshalb setzen wir bei bwood auf geölte Massivholzoberflächen und verzichten auf Lacke.

Das Öl schützt die Oberfläche, ohne den Charakter des Holzes vollständig unter einer geschlossenen Lackschicht verschwinden zu lassen. Farbe, Maserung und vor allem die natürliche Haptik des Materials bleiben erhalten.

Bedeutet antibakteriell, dass Holz nicht gereinigt werden muss?

Ganz klar: Nein. Die natürlichen Eigenschaften des Holzes ersetzen keine regelmäßige und angemessene Reinigung.

Gerade bei Esstischen und anderen häufig berührten Flächen sollten Verschmutzungen selbstverständlich entfernt werden. Für unsere geölten Massivholzmöbel empfehlen wir für die normale tägliche Reinigung ein weiches, leicht angefeuchtetes Baumwolltuch.

Auf aggressive Reinigungsmittel und Mikrofasertücher sollte bei unseren geölten Oberflächen möglichst verzichtet werden. Mehr dazu erklären wir ausführlich in unserer Reihe „Tipps zur Holzpflege“.

Ein Naturmaterial mit erstaunlichen Eigenschaften

Das Spannende an diesem Holzfakt ist für uns deshalb weniger die Aussage, dass Holz eine hygienische Oberfläche „von selbst“ erzeugt. Viel interessanter ist, warum Holz diese Eigenschaften überhaupt besitzt.

Ein Baum entwickelt während seines Wachstums eine komplexe Struktur und zahlreiche natürliche Inhaltsstoffe. Einige dieser Eigenschaften bleiben auch erhalten, nachdem aus dem Baum eine Bohle und schließlich ein Möbelstück geworden ist.

Damit zeigt sich einmal mehr: Holz ist nicht einfach nur ein Material, das wir aufgrund seiner schönen Optik verwenden. Seine Struktur, seine Inhaltsstoffe und seine Wechselwirkung mit Feuchtigkeit machen es zu einem außergewöhnlich vielseitigen natürlichen Werkstoff.

Holzfakt auf einen Blick

Wusstest du schon?

  • Bestimmte Holzarten können unter geeigneten Bedingungen das Überleben oder die Vermehrung bestimmter Bakterien erschweren.

  • Dabei spielt vor allem die Feuchtigkeitsregulierung eine Rolle: Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und damit die Bedingungen an seiner Oberfläche verändern.

  • Hinzu kommen die natürlichen Holzinhaltsstoffe: Einige Holzarten enthalten Stoffe, die auf bestimmte Mikroorganismen hemmend wirken können.

  • Wie stark diese Eigenschaften ausgeprägt sind, hängt unter anderem von Holzart, Oberfläche, Feuchtigkeit und Mikroorganismus ab.

  • Antibakteriell bedeutet aber nicht selbstreinigend – auch Holzoberflächen müssen regelmäßig gepflegt und gereinigt werden.

Unser Fazit

Holz begeistert uns zunächst durch das, was wir sehen und fühlen: seine Maserung, seine Wärme und seine natürliche Haptik. Doch bei genauerem Hinsehen steckt wesentlich mehr dahinter.

Die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, und die natürlichen Inhaltsstoffe verschiedener Holzarten können dazu beitragen, dass bestimmte Bakterien auf Holz ungünstigere Bedingungen vorfinden.

Für uns ist das ein weiteres Beispiel dafür, wie faszinierend dieser natürliche Werkstoff ist. Holz sieht nicht nur gut aus. Holz kann mehr.

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Michael Bachner
Verfasst von

Michael Bachner

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