Holzfakten #01 – Warum Massivholzmöbel Kohlenstoff speichern

Holzfakten #01 – Warum Massivholzmöbel Kohlenstoff speichern

Ein Baum nimmt beim Wachsen CO₂ auf und bindet den Kohlenstoff in seinem Holz. Wird daraus ein Massivholzmöbel, bleibt dieser Kohlenstoff über Jahrzehnte gespeichert. Wir zeigen, wie das funktioniert – und warum Langlebigkeit und Reparierbarkeit dabei den Unterschied machen.

Michael BachnerMichael Bachner
5 min

Holz ist weit mehr als nur ein natürlicher Werkstoff. Während ein Baum wächst, entzieht er der Atmosphäre Kohlendioxid und nutzt den darin enthaltenen Kohlenstoff für den Aufbau seiner Biomasse.

Das Spannende daran: Dieser Kohlenstoff verschwindet nicht einfach, sobald der Baum gefällt und sein Holz verarbeitet wird. Auch in einem fertigen Tisch, einem Sideboard oder einem anderen Massivholzmöbel bleibt ein großer Teil davon weiterhin im Holz gebunden.

Doch wie funktioniert das eigentlich?

Alles beginnt beim Wachstum des Baumes

Bäume benötigen für ihr Wachstum unter anderem Kohlendioxid – kurz CO₂ – aus der Atmosphäre. Über ihre Blätter nehmen sie das CO₂ aus der Luft auf. Mithilfe von Sonnenlicht und Wasser wird es bei der Photosynthese in energiereiche organische Verbindungen umgewandelt.

Der darin enthaltene Kohlenstoff wird unter anderem zum Aufbau von Stamm, Ästen und Wurzeln verwendet, während Sauerstoff wieder an die Umgebung abgegeben wird. Ein Teil des Kohlenstoffs aus dem aufgenommenen CO₂ wird somit fester Bestandteil des Holzes.

Mit jedem Jahr, in dem der Baum wächst und neue Holzsubstanz bildet, wird weiterer Kohlenstoff in seiner Biomasse gespeichert.

Was passiert mit dem Kohlenstoff nach der Fällung?

Hier wird es für den Möbelbau besonders interessant. Wird ein Baum gefällt, endet zwar sein Wachstum – der im Holz enthaltene Kohlenstoff wird dadurch aber nicht automatisch wieder freigesetzt.

Wird das Holz anschließend beispielsweise zu einer Tischplatte, einem Schrank oder einem Sideboard verarbeitet, bleibt der Kohlenstoff weiterhin im Holz gebunden. Das fertige Holzprodukt wird damit selbst zu einem Kohlenstoffspeicher.

Und genau deshalb spielt die Nutzungsdauer eines Holzproduktes eine so wichtige Rolle.

Ein Möbelstück kann Kohlenstoff über Jahrzehnte speichern

Stellen wir uns eine massive Eiche vor. Sie wächst über viele Jahrzehnte und nimmt während dieser Zeit kontinuierlich CO₂ aus der Atmosphäre auf. Ein Teil des darin enthaltenen Kohlenstoffs wird im Stamm gespeichert.

Wird das Holz anschließend zu einem hochwertigen Massivholzmöbel verarbeitet, bleibt dieser Kohlenstoff während der gesamten Nutzungsdauer weiterhin im Holz enthalten. Steht ein daraus gefertigter Esstisch beispielsweise 30, 50 oder noch mehr Jahre in einem Zuhause, bleibt der Kohlenstoff entsprechend lange im Produkt gebunden.

Aus dem Kohlenstoffspeicher Baum wird somit der Kohlenstoffspeicher Möbel.

Was bedeutet das konkret?

Holz besteht in seiner Trockenmasse ungefähr zur Hälfte aus Kohlenstoff. Daraus ergibt sich ein interessanter Zusammenhang: In einem Kilogramm absolut trockenem Holz ist grob ein halbes Kilogramm Kohlenstoff enthalten.

Da ein CO₂-Molekül neben dem Kohlenstoff auch Sauerstoff enthält, entspricht diese gespeicherte Kohlenstoffmenge einer deutlich größeren Menge an zuvor aufgenommenem Kohlendioxid. Als vereinfachte Faustregel kann man deshalb sagen:

1 kg absolut trockenes Holz enthält Kohlenstoff, der ungefähr 1,8 kg aufgenommenem CO₂ entspricht.

Das bedeutet nicht, dass jedes Möbelstück automatisch eine positive CO₂-Gesamtbilanz besitzt. Für eine vollständige Klimabilanz müssen unter anderem Forstwirtschaft, Trocknung, Verarbeitung, Transporte und weitere Faktoren berücksichtigt werden. Es zeigt aber sehr anschaulich, wie viel Kohlenstoff tatsächlich in Holz gespeichert sein kann.

Warum Langlebigkeit so wichtig ist

Für uns ergibt sich daraus ein entscheidender Punkt: Je länger ein Holzprodukt genutzt wird, desto länger bleibt auch der darin enthaltene Kohlenstoff gespeichert. Und genau hier treffen Nachhaltigkeit und hochwertiger Möbelbau unmittelbar aufeinander.

Ein Möbelstück, das nach wenigen Jahren ersetzt werden muss, nutzt den Rohstoff Holz anders als ein Möbel, das über Jahrzehnte verwendet, gepflegt und bei Bedarf repariert werden kann. Deshalb bedeutet nachhaltiger Möbelbau für uns nicht nur, einen nachwachsenden Rohstoff zu verwenden.

Wir möchten Möbel so gestalten und fertigen, dass sie möglichst lange Teil eines Lebensraums bleiben können.

Massivholz lässt sich erhalten

Massivholz bietet dafür einen entscheidenden Vorteil: Gebrauchsspuren bedeuten nicht automatisch das Ende eines Möbelstücks. Kratzer, kleine Beschädigungen oder eine über viele Jahre beanspruchte Oberfläche können bei vielen Massivholzmöbeln aufgearbeitet werden.

Eine geölte Tischplatte lässt sich beispielsweise reinigen, anschleifen und neu ölen. Beschädigte Bereiche können – abhängig von Konstruktion und Schadensbild – repariert oder einzelne Teile ersetzt werden. Damit kann ein Möbelstück immer wieder aufgefrischt werden, anstatt es vollständig ersetzen zu müssen.

Für uns gehört deshalb auch Reparierbarkeit zu einem nachhaltigen Umgang mit Holz.

Und was passiert am Ende eines Möbellebens?

Auch ein hochwertiges Massivholzmöbel wird irgendwann das Ende seiner ursprünglichen Nutzung erreichen. Doch selbst dann muss der Rohstoff nicht zwangsläufig am Ende seines Lebenszyklus angekommen sein.

Massivholz kann je nach Zustand weiterverwendet oder einer neuen Nutzung zugeführt werden. Aus Bauteilen eines alten Möbelstücks können beispielsweise kleinere Produkte oder andere Werkstücke entstehen. Erst wenn Holz verrottet oder verbrannt wird, gelangt ein wesentlicher Teil des gespeicherten Kohlenstoffs wieder in den natürlichen beziehungsweise atmosphärischen Kohlenstoffkreislauf.

Deshalb ist es sinnvoll, Holz möglichst lange stofflich zu nutzen, bevor es am Ende seines Lebenszyklus beispielsweise energetisch verwertet wird.

Nachhaltigkeit beginnt nicht erst beim fertigen Möbel

Die Fähigkeit von Holz, Kohlenstoff zu speichern, ist allerdings nur ein Teil der Betrachtung. Entscheidend ist auch, woher das Holz stammt und wie damit umgegangen wird.

Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sorgt dafür, dass der Wald langfristig erhalten bleibt und nachwachsende Bäume wiederum CO₂ aufnehmen können. Für uns bedeutet verantwortungsvoller Möbelbau deshalb, mehrere Dinge miteinander zu verbinden: Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft, möglichst kurze Transportwege, eine materialgerechte Verarbeitung, möglichst wenig Verschnitt sowie langlebige und reparierbare Möbel.

Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren macht aus einem natürlichen Rohstoff ein nachhaltiges Produkt.

Holzfakt auf einen Blick

Wusstest du schon?

  • Ein Baum nimmt während seines Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre auf und speichert einen Teil des darin enthaltenen Kohlenstoffs in seinem Holz.

  • Wird dieses Holz zu einem Möbelstück verarbeitet, bleibt der Kohlenstoff weiterhin darin gebunden.

  • Als grobe Faustregel gilt: 1 kg absolut trockenes Holz ≈ Kohlenstoff aus rund 1,8 kg aufgenommenem CO₂.

  • Je länger ein Holzprodukt genutzt wird, desto länger bleibt dieser Kohlenstoff gespeichert.

Unser Fazit

Holz ist für uns nicht nur wegen seiner Optik, seiner Haptik oder seiner hervorragenden Eigenschaften im Möbelbau ein besonderer Werkstoff. Es ist ein nachwachsender Rohstoff und Kohlenstoffspeicher zugleich.

Gerade deshalb möchten wir mit diesem Material verantwortungsvoll umgehen. Aus einem Baum, der über Jahrzehnte gewachsen ist, sollte unserer Ansicht nach kein kurzlebiges Wegwerfprodukt entstehen. Unser Anspruch ist es, daraus Möbel zu fertigen, die möglichst lange genutzt, gepflegt und bei Bedarf repariert werden können.

Denn wenn aus einem Baum ein Möbelstück entsteht, beginnt für das Holz nicht das Ende seines Lebenszyklus – sondern ein neues Kapitel.

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Michael Bachner
Verfasst von

Michael Bachner

Geschäftsführer

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